Das Prinzip

Braille auf dem Boden

Louis Braille hat einst die Brailleschrift entwickelt, die in Form von erhabenen Punkten auf Papier mit den Fingerspitzen ertastet werden kann. Dasselbe Prinzip liegt auch den Leitsystemen zugrunde: Sie sind mit den Füßen, Händen und Ohren wahrnehmbar.

Ist das Sehvermögen eines Menschen eingeschränkt, wird der sensorische Verlust durch andere Sinne kompensiert, in erster Linie durch den Tastsinn, aber auch durch das Gehör. Leitstreifen und ‑noppen bilden auf dem Boden ein Relief, welches nicht nur durch die Berührung mit dem Taststock in der Hand, sondern auch mit der Fußsohle fühlbar ist.

Darüber hinaus unterscheiden sie sich im Klang von der regulären Pflasterung. Das Muster verleiht durch seinen Wiedererkennungswert Sicherheit und erleichtert Benutzern das Vorwärtskommen. Analog zur Blindenschrift könnte man Bodenleitsysteme aus Epoxidharz also auch als „Braille auf dem Boden“ bezeichnen.